Kurs Telekommunikation: Ich sag kein Ton!
December 5th, 2006Um nicht ausfallend oder beleidigend zu werden, werde ich hier in der Öffentlichkeit über diesen Kurs nicht berichten.
Um nicht ausfallend oder beleidigend zu werden, werde ich hier in der Öffentlichkeit über diesen Kurs nicht berichten.
Professor Scott Burges, von uns Studenten Scott genannt, ist der netteste und beste Professor, den ich hier habe. Er ist noch nicht einmal fest angestellt, aber sollte ein Vorbild für alle anderen sein. Er war schon in der Industrie tätig, weiß wovon er spricht und ist auf dem aktuellen Stand der Technik. In meinem Auslandssemester hier wurde mir bewusst wie wichtig ein guter Professor ist, damit einem ein Thema Spaß macht oder nicht.
In den Klausuren hier habe ich immer ein Wörterbuch dabei, da es vorkommen kann, dass ich keinen Plan über die Bedeutung der Fragestellung habe. Manchmal hilft da der beschränkte Umfang meines Wörterbuchs, aber manchmal muss ich beim Professor noch einmal nachfragen. So geschehen in dem ersten Midterm. Alle anderen Studenten haben schon abgegeben und der Sönne sitzt noch ganz alleine an seiner Klausur. Die Klausuren sind Multiple Choice und die Antworten werden auf einem Scantron eingetragen. Das ist ein Formular was der Professor später nur in eine Maschine schmeißen muss und anschließend eine Auswertung bekommt. Ich fragte ihn, ob ich die Fragestellung bei 3 Aufgaben richtig verstanden hätte. Er verriet mir kurz mit einem Lächeln als er meine Lösungen sah: „Das ist alles Richtig!“. Mit den Ergebnissen der ersten beiden Midterms bin ich sehr zufrieden und bin froh hier was gelernt zu haben. Scott hält eine recht lockere Vorlesung, gibt genügend Unterrichtsmaterial heraus und hat eine freundliche Beziehung mit uns Studenten. Er kennt uns alle per Namen und sein Standardspruch ist „Have a good one“ was soviel bedeutet wie: Ich wünsch dir nen schönen Tag.
Unser Professor Herr Doktor Jack Stoob möchte Doktor Stoob genannt werden. Alles andere ist inakzeptable. Auch sein Militärrang Colonel ist nicht angebracht. Programmiert wird Dev C++ 6.0 und Microsoft Developer Studio soll nicht verwendet werden, da Zitat: „Mit dem was wir hier tun, geht das nicht!“
Es werden 2 Midterms und 1 Final im Mutliple Choice Format geschrieben, die jeweils eine Programmieraufgabe beinhalten. Wöchentliche Abgabe von Übungszetteln konnten auch gemeinsam in einer Gruppe gemacht werden. Augenmerk sollte hier auf die korrekte Rechtschreibung und Formatierung des Quelltextes gelegt werden, da dieses wichtiger als pfiffige Programmierung ist. Inga, Jane und ich besuchten gemeinsam den Kurs und programmierten die Aufgaben mehr oder WENIGER zusammen
Dr. Stoob hat nen Fabel für die deutsche Sprache, da sein Sohnemann beim NDR in Hannover arbeitet. Zwischenzeitig fragte er uns einige deutsche Worte, um sein Wortschatz zu vergrößern und sein Kommentar auf Janes zweiten Midterm brachte uns alle zum Lachen: „Was war los? Schrecklich!“ Dr. Stoob ist auch mit europäischen Besonderheiten vertraut. Er klärte unsere sehr schockierten amerikanischen Mitstudenten auf, dass wir in Europa Komma und Punk bei Zahlen andersherum schreiben. Das erste starke Misstrauen der Studenten wurde durch Untermauerung der Fakten durch uns drei Europäer aufgelöst.
Kommen wir noch mal auf die Klausuren zu sprechen:
Von 40 Multiple Choice Fragen aus dem ersten Midterm waren sechs von Dr. Stoobs Antworten falsch. Weil er weiß, dass er dazu neigt Fehler in Klausuren einzubauen, gab er Jedem sieben extra Punkte auf ihr Endergebnis. Bei dem zweiten Mitterm machte er immer hin nur drei Fehler
Hier verteilte er keine Extrapunkte, sammelte dafür die Klausuren ein und gab die Punkte nach. Wir sind sehr gespannt wie das Final nächsten Montag ablaufen wird. Es gibt schon Wetten auf die Anzahl der falschen Antworten.
Nicht, dass das hier zu negativ rüberkommt. Dr. Stoob is echt nen Schnuckel und netter Kerl, seine Kenntnisstand über C++ liegt nur leider 20 Jahre in der Vergangenheit.

Es ist kurz nach Mitternacht am 1. Advent. Der harte Kern der Buffy-Süchtigen sitzt noch im Wohnzimmer und guckt die erste Folge der Staffel 6. „Ist Buffy wirklich Tod oder kommt sie wieder?“ Gespannt warten alle darauf diese Frage beantwortet zu bekommen.
Da auf einmal, Z U U U U S C H – das ganze Haus ist dunkel. Kein Licht, kein Buffy, gar nix mehr. Der extrem helle Vollmond scheint leicht in die großen Panoramafenster. Wir sitzen erschrocken eingemummelt unter unseren Bettdecken und warten darauf, dass etwas geschieht. Aber es bleibt still.
Jegliche Versuche in unserem Haus Licht anzuschalten scheitern. Zum Glück haben wir aufgrund des ersten Advents Kerzen gekauft. Das wenige flackernde Licht weißt uns den Weg zum Sicherungskasten – Alle Sicherungen sind eingeschaltet. Was ist los??? Unser komplettes Haus ohne Strom ohne Licht und keine Sicht auf Besserung.
Cole, der sich mal wieder die Kante gegeben hat, äußert dass er Leute draußen gehört hat und wir lieber schnell die Türen abschließen sollten. Ein mulmiges Gefühl macht sich in einigen von uns bemerkbar. Wer soll jetzt einschlafen können? Jeder alleine in der Dunkelheit.
Jane, Jen und ich beschließen eine kleine Gruselgeschichtenrunde in Janes Zimmer zu starten. Die Stimmung ist dafür perfekt. Nach 4 Gruselgeschichten versuchten wir diese mit Witzen wieder etwas aufzuheitern. Jens ersten Witz finde ich so niedlich dass ich ihn hier posten muss: „Why is six afraid of seven? – Because seven eight nine.“
Eine Stunde nach dem Eintreten der Dunkelheit entscheiden wir uns schlafen zu gehen. Wir können eh nichts mehr ändern. Am nächsten morgen geht der Strom wieder als wäre nix passiert. War das nur ein schlechter Traum?
Nach einem langen und sehr langweiligen Montags-Telekommunikations-Abend begegneten Lasse und ich auf dem Weg zum Bus einem Racoon. Ein kleiner, recht knuffig aussehender Waschbär, der schon etwas früher als wir sein Abendbrot zu sich nehmen wollte. Auf dem Speiseplan stand etwas Deliziöses aus der trash can (Mülltonne). Was es nun genau war konnte ich nicht erkennen. Er wollte anscheinend auch nicht teilen Dabei hatten Lasse und ich schon einen „sehr sehr super total mega großen Hunger“ (Insider: Unser Koreaner Andi lernt ab und zu kleine Häppchen Deutsch und er liebt es Dinge zu steigern. Ist sozusagen sein Hobby. „Ich bin sehr sehr total super müde!“

Unerwartet zutraulich ließ unserer Racoon sich bei seinem Mal fotografieren und erinnert uns daran, dass Racoons nicht die einzigen Tiere sind, die zwischenzeitig auf dem Campus rumlaufen. In den letzten Monaten kam hin und wieder ein Puma vorbei und wenn man sich in die Redwoods (die großen Wälder hinter der Uni) wagt, kann man auch mal Bären besuchen.

Naja, mir reichen eigentlich Buffy (unser Haustiger), Calcifer (unser Babydrachen), Rupert (der Esel nebenan, der schreien kann als geht die Welt unter) und die Rehe und Ziegen, die uns zwischen zeitig mal in unserem Garten besuchen.
Dabei fällt mir ein: Ich muss auf jeden Fall noch einen Post über Buffy schreiben.
Ist eine phillipinische Kampfsportart. Nachdem Lasse und ich den Fechtkurs gekniggt haben - er war ja ganz schön, aber wurde irgendwann recht booooring - trainiere ich jetzt jeden Samstag den Kampf mit Kurstöcker und ohne Waffen. Mein Trainer, so 10 cm größer als meinereinz, ist durchtrainiert ohne Ende. Er hat Beine wie ein Bulle und ist schnell und wendig. Escrima ist ne sehr feine Sache besonders wenn man bedenkt, dass man egal ob mit Kurzstab, Schwert oder ohne Waffen genau die gleichen Bewegungen nutzen kann, um sich zu verteidigen oder zu kontern, hat man schnell ein Level erreicht auf dem effektiver Kampf möglich ist.
Diesen Samstag bekomme ich meine Stöcker. Dann kann ich auch mal mit dem Lasse zuhause rumkloppen ![]()
Ich hoffe ich finde ne gute Schule in Bremen, in der ich den Sport weiter betreiben kann.
Hier drei Fotos vom waffenlosen Sparring zwischen meinem Trainer und einem fortgeschrittenen Schüler.


Bei unserem wöchentlichen Einkauf beim Wincoo entdeckten wir letzte Woche eine Kecksverpackung mit der Aufschrift German Cookies. Kann mir mal einer erklären was “Deutsche Kekse” sind? Naja, anscheinend weiß der Amerikaner mehr als ich: 8 mit Karamell und Kokos gefüllte Schokokekse, die jeweils mit 220 Kalorien strotzen, entpuppten sich in der Packung. Ich werde wohl mal in Deutschland schauen, ob ich lecken Dickmacher finde. Würde mich aber sehr überraschen. Ich tippe mal auf Marketing-Gag.
Es ist hier übrigens sehr beliebt Essen aus Europa zu verspeisen. Dies nahmen wir drei Deutschen zum Anlass alle Mitbewohner einmal auf ein Deutsches Abendbrot einzuladen. Die Lieferung der Zutaten erfolgte durch einen persönliche Zustellung von Lasses Eltern, die den weiten Weg aus Deutschland auf sich genommen haben, damit wir mit deutschem Schwatzbrot und deutschem Käse versorgt werden. Dafür erstmal ein RIESENGROßES DANKESCHÖN. Wir haben uns sehr gefreut.

So zurück zum Thema: Also fast alle 8 Bewohner des Hauses (Celestial fehlte) und 3 Besucher (Inga, Sula [Janes Freundin] und Scott [nen lustiger amerikanischer Kauz der Deutsch lernen möchte]) waren eingeladen mit uns zu speisen. Angerichtet wurde:

Für uns Deutsche vielleicht nix Besonderes, aber für jemanden der noch nie Schwarzbrot gegessen hat und nur Sandwitchkäse kennt ein Festmal. Für uns war es auch nur himmlisch, wenn man bedenkt, dass wir seit 3 Monaten Toastbrot essen. Es war ein sehr gelungener Abend. Leider können wir ihn nicht wiederholen. Es sei denn Lasses Eltern kommen nochmal kurz vorbei
So, zur Info: Hab jetzt endlich ne Telefonnummer unter der man mich erreichen kann, egal wo ich grad in der Welt herumreise. Hauptsache ich hab Internet, was ja eigentlich kein Problem mehr sein sollte. Dank Fon ![]()
Also wer mich gern mal anrufen möchte, einfach die Bremer Nummer 1766508 wählen. Wenn ihr grad nicht in Bremen seit geht natürlich 0049-421-1766508.
Wer erstaunt ist wie das möglich ist: www.skype.com.
Freu mich auf euren Anruf.